2022-02-09
Das Archivbild.

Seit dem Abend des 3. Februar befindet sich der bekannte Philosoph und Methodologe Uladsimir Mazkewitsch im Hungerstreik. Er fordert ein Ende des Freiheitsentzugs, den Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn und die Festlegung eines Termins für seinen Gerichtsprozess.

Uladsimir Mazkewitsch befindet sich seit sechs Monaten in einer Untersuchungshaftanstalt. Wie seine Ex-Frau, unabhängige Bildungsexpertin Swjatlana Mazkewitsch, gegenüber „Viasna“ erklärte, wurde noch keine endgültige Anklage gegen ihn erhoben und es werden diesbezüglich keine aktiven Maßnahmen durchgeführt. Trotzdem wird die Haftzeit ständig verlängert. Sollten Mazkewitschs Forderungen vor Ablauf des zehntägigen Teilhungerstreiks nicht erfüllt werden, wird der politische Gefangene am 14. Februar in einen trockenen Hungerstreik treten.

„Die Aktionen der Zivilgesellschaft, der Medien und anderer Menschen sind meist beschreibend, erklärend und unterstützend […] Uladsimirs Hungerstreik ist ein Signal, dass es Zeit ist, die Situation zu ändern, dass es Zeit ist, mit Mitleid [mit den politischen Gefangenen] und Leiden aufzuhören. Wir müssen Widerstand leisten. Wir müssen die Mauer durchbrechen“, sagt Swjatlana.

Der Philosoph wurde am 4. August 2021 unter dem Vorwurf der „Organisation/Beteiligung an Handlungen, die die öffentliche Ordnung grob verletzen“ festgenommen. Die Angehörigen glauben, dass er im Gefängnis festgehalten wird, weil er sich öffentlich zu politischen Themen geäußert hat.

Auf Change.org wurde eine Petition zur Unterstützung von Uladsimir Mazkewitsch gestartet, die an die Generalstaatsanwaltschaft und das Untersuchungskomitee von Belarus gerichtet ist.