2022-02-24

Auf einer dringlich einberufenen Pressekonferenz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine gab die belarusische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja die folgende Erklärung ab:

„Heute Morgen hat Russland die Ukraine unter Verletzung grundlegender Prinzipien des Völkerrechts angegriffen. Das belarusische Territorium und die belarusischen Streitkräfte waren in diesen verräterischen Akt der Aggression verwickelt.

Lukaschenko und sein Regime tragen gemeinsam mit dem russischen Präsidenten die volle Verantwortung für diesen Krieg. Der unrechtmäßige Machthaber hat ausländische Truppen ins Land gelassen und Belarus zu einem direkten Teilnehmer an dem Konflikt gemacht. Das ist Hochverrat und Verrat an den Interessen unseres Volkes und des belarusischen Staates.

Lukaschenko kann daher nicht als Garant für die Unabhängigkeit und territoriale Integrität von Belarus angesehen werden.

Ich, Swetlana Tichanowskaja, verpflichte mich heute aufgrund der Vollmachten, die mir das belarussische Volk bei den Präsidentschaftswahlen 2020 erteilt hat, die Unabhängigkeit und die nationalen Interessen der Republik Belarus zu verteidigen.

Ich werde als Vertreterin des belarusischen Volkes und als Garant seiner Rechte und Freiheiten bis zu den Neuwahlen handeln. Ich werde ein Übergangskabinett als nationale Autorität der Republik Belarus bilden“.

Der Leiter des Nationalen Krisenmanagements, Pawel Latuschka, die belarusischen Volksbotschaften und die BYPOL-Initiative lobten den Schritt von Tichanowskaja. Latuschka rief das belarusische Militär auf, sich nicht an der militärischen Aggression gegen das ukrainische Volk zu beteiligen.