2022-04-19
Ihar Jankau. Foto: persönliches Instagram-Account.
Ihar Jankou. Foto: persönliches Instagram-Account.

Ihar Jankou meldete sich am 24. Februar, dem ersten Tag des Krieges, als Freiwilliger zum Wehrdienst. Jetzt ist der 26-jährige Belaruse mit dem Rufzeichen „Yankee“ Kommandeur eines internationalen Bataillons der ukrainischen Armee. Zwischen Kampfeinsätzen und Training schafft er es, in sozialen Netzwerken den Kriegsalltag der Soldaten zu zeigen.

Jankou verließ Belarus im September 2020, als die Polizei begann, nach ihm zu suchen. Er zog nach Kyjiw, bekam dort einen Job und nahm sogar an Jiu-Jitsu-Wettbewerben teil. „Erste Gespräche über einen möglichen Krieg fingen etwa sechs Monate nach meinem Umzug in die Ukraine an. Dann dachte ich darüber nach, was ich im Falle einer Invasion tun würde“, erzählt er. „In Kyjiw hatte ich bereits Freunde, einen Job und eine Wohnung. Ich hatte das Gefühl, dass es mein Zuhause war, also konnte ich es nicht aufgeben und es nicht gegen den Feind verteidigen.“

Mit Hilfe von Bekannten konnte sich Jankou umgehend einem Freiwilligenbataillon der ukrainischen Armee anschließen, dem sowohl Ukrainer, Belarusen als auch Bürger anderer Länder angehören. Er lernte schnell die Grundlagen der Wehrkunde, zum Beispiel, den Umgang mit einem Maschinengewehr, obwohl er nie in der Armee gedient hat. Er betont, dass er als Kommandeur außerhalb der Kampfhandlungen keine Befehle gibt und niemanden auf Missionen schickt: „Die Jungs führen meine Befehle direkt im Kampf aus. Aber wir sind hier alle gleichberechtigt. Wir treffen die Entscheidungen gemeinsam.“

Der Freiwillige sagt, er sei zufällig auf die Idee gekommen, einen Videoblog zu erstellen. Zunächst habe er das Leben im Krieg für sich selbst gefilmt – „damit ich, falls ich überlebe, eine Erinnerung habe“. Dann lud er einige Videos auf TikTok hoch, die auf großes Interesse stießen. Nach den schweren Kämpfen im Dorf Lukyanivka wurde er von einem ukrainischen Blogger interviewt – „und so ging es richtig los“.