2022-09-12
Tichanowskaja und Arestowytsch am 8. September 2022 in Vilnius. Quelle: t.me/tsikhanouskaya

Die Anführerin der belarusischen demokratischen Bewegung Swetlana Tichanowskaja traf sich mit Oleksij Arestowytsch, einem hochrangigen Berater beim ukrainischen Präsidialamt, in Vilnius, wo er unter anderem an den Veranstaltungen anlässlich des 508. Jahrestages der Schlacht von Vorsha am 8. September teilnahm.

Tichanowskaja dankte Arestowytsch für die Unterstützung der Belarus*innen. Er erwiderte, es wäre „ein Fehler, die Belarus*innen als Menschen darzustellen, die nicht zu Widerstand fähig seien“. Während des Gesprächs sagte Arestowytsch, er verstehe die Situation in Belarus sehr gut. Zudem hob er die Rolle des Widerstands im Untergrund hervor. Er betonte auch, dass die Ukrainer Lukaschenkos Handlungen nicht mit denen des belarusischen Volkes gleichsetzen. Arestowytsch versicherte zudem Tichanowskaja, dass keine einzige ukrainische Granate auf belarusisches Gebiet fallen würde.

Die Politiker sprachen über die Rolle des Vertreters der Belarus*innen in der Ukraine, der mit der ukrainischen Regierung im Kontakt stehen wird, und über die Koordinierung der Strategien beider Länder, damit die Ukraine und das demokratische Belarus mit einer Stimme sprechen.

Im Mai dieses Jahres wurde in Kiew eine offizielle Repräsentanz von Swetlana Tichanowskaja eingerichtet, um mit den ukrainischen Behörden in Kontakt zu treten und die Interessen der etwa 50.000 in der Ukraine lebenden Belarus*innen zu schützen. Lukaschenkos Botschaft verließ Kiew, sobald der Krieg begann.