2022-01-28

Swetlana Tichanowskaja ist für den Friedensnobelpreis 2022 nominiert worden, teilte ihr Berater Franak Viačorka mit. „Dies ist eine Anerkennung für alle Belarus*innen, die weiterhin für die Freiheit kämpfen“, schrieb er. Die Nominierung wurde durch zwei norwegische Parlamentarier vorgenommen. Für die belarusische Oppositionsführerin ist es bereits die zweite Nominierung in Folge: Im vergangenen Jahr wurde sie vom litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda für den renommierten Preis vorgeschlagen.

In ihrer jüngsten Rede erinnerte Tichanowskaja daran, dass die Zahl der politischen Gefangenen in Belarus nun vierstellig und dass die Zahl der aus politischen Gründen inhaftierten Personen noch höher ist. Sie stellte fest: „Bei 1.000 politischen Gefangenen geht es nicht nur um 1.000 Familien ohne Ernährer, zerrissene Herzen und gebrochene Schicksale von Angehörigen und Freunden. 1000 politische Gefangene sind der Grund, warum sich viele Länder weigern, mit Belarus zusammenzuarbeiten, und wir verlieren dadurch eine Menge Geld. <…> Solange diese Menschen nicht auf freiem Fuß sind, zahlen auch Sie den Preis. Es ist Ihr normales Leben, das Ihnen weggenommen wird.“